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Ein Weihnachtswunder in Rosa

Eine wahre Begebenheit über Bescheidenheit, Hoffnung und ein kleines Wunder

© Ramona Heim

In vier Jahrzehnten als »der liebe gute Weihnachtsmann Claudius« haben sich unzählige Erinnerungen angesammelt – kleine und große Augenblicke, die wie Seiten in einem dicken »Goldenen Buch« aufbewahrt sind. Jede Seite trägt ein Kapitel voller Erinnerungen – kleine Augenblicke, die den Zauber vergangener Weihnachtsfeste lebendig machen.

Eine dieser Erinnerungen gehört zu den schönsten: Sie erzählt von einem siebenjährigen Mädchen, dessen Bescheidenheit und strahlende Freude nicht nur die Eltern, sondern auch den Weihnachtsmann selbst zu Tränen rührten.


Ein Weihnachtswunder in Rosa


Ein Herzenswunsch, der eine Familie bewegte

Schon früh in meiner Weihnachtsmannzeit war mir klar geworden, dass ein guter Auftritt nicht erst am Heiligabend beginnt. Jede neue Familie verdient ein ausführliches Vorgespräch – ein Moment der Ruhe, der sorgsamen Vorbereitung und des gegenseitigen Vertrauens.

So saß ich eines Abends bei den Eltern eines siebenjährigen Mädchens, nennen wir sie Linda. Der Raum war schlicht, aber warm und liebevoll eingerichtet. Kerzen flackerten, Tee duftete, und auf dem Tisch standen selbst gebackene Kekse. Es war einer jener Abende, an denen man spürt, dass Weihnachten nicht in den Dingen liegt, sondern in der Atmosphäre, die Menschen miteinander teilen.

Nachdem wir alles Wichtige für den Auftritt und das Goldene Buch besprochen hatten, kam die Frage nach besonderen Wünschen. Es war der Moment, in dem sich die Stimmung veränderte. Die Fröhlichkeit wich aus den Gesichtern der Eltern, und eine stille Schwere trat an ihre Stelle. Der Herzenswunsch ihrer Tochter – ein rosafarbenes Fahrrad – war in diesem Jahr unerreichbar geworden. Die berufliche Situation hatte sich verschlechtert, und das Geld reichte nicht.

Doch eines wollten sie ihrer Tochter unbedingt ermöglichen: endlich den Weihnachtsmann zu treffen. Dieser Wunsch sollte nicht unerfüllt bleiben.

© svetamart

Ein kleines Weihnachtswunder in der Adventszeit

Ich nahm diese Worte mit in die Adventszeit. Sie begleiteten mich wie ein leiser Schatten, der sich nicht abschütteln ließ. Am Abend des 23. Dezember saß ich über meinem Goldenen Buch, als die Nachricht kam, die alles veränderte: Die Familie hatte ein Fahrrad bekommen. Nicht neu, aber wie neu. Und in genau jener Farbe, die es sich Linda so sehr gewünscht hatte.

Wir verabredeten, dass es erst am Ende des Auftritts aus dem Hausflur geholt wird – ein Moment, der zu einem kleinen Weihnachtswunder werden sollte.


Ein Weihnachtsabend voller Licht und leuchtender Augen

Am Heiligabend trat ich in die Wohnung der Familie. Kerzenlicht erfüllte den Raum, und die Wärme der festlichen Stimmung lag wie ein stiller Segen über allem. Linda sagte ein langes Gedicht auf, sorgfältig und mit leuchtenden Augen. Aus meinem Jutesack gab es zwei kleine Geschenke und eine Weihnachtstüte mit Nüssen, Mandarinen, Keksen und ein wenig Schokolade.

© magele-picture

Nicht viel – und doch genug, um sie zufrieden zu machen. Denn einer ihrer größten Wünsche war bereits in Erfüllung gegangen: der Weihnachtsmann stand vor ihr.

Die Bescheidenheit dieses Kindes berührte mich tief. Es war jene stille Dankbarkeit, die nicht laut sein muss, um das Herz zu erreichen.


Ein Kinderwunsch, der zum Weihnachtszauber wurde

Nun fragte ich Linda, ob sie mir vielleicht kurz tragen helfen könne – eine kleine Bitte, die sie mutig und voller Vertrauen bejahte. Hand in Hand gingen wir den Flur entlang. Die Wohnungstür öffnete sich, das Licht im Hausflur ging an – und dort stand es: das rosafarbene Fahrrad, hell erleuchtet wie ein kleines Wunder auf der Halbtreppe. Ihr Herzenswunsch.

KI-generiert © Freepik

Linda konnte es kaum fassen, hüpfte von einem Bein aufs andere und fragte immer wieder, ob das Fahrrad wirklich für sie sei:

„Das ist für mich, lieber Weihnachtsmann? Ist das wirklich für mich? Oh danke, lieber Weihnachtsmann, danke – das hab ich mir so sehr gewünscht!“

In diesem Moment schien die Welt stillzustehen. Die Freude des Kindes erfüllte den Raum wie ein warmes Licht. Die Eltern standen gerührt daneben, und auch mir stiegen Tränen in die Augen. Es war einer jener Augenblicke, die man nicht vergisst, weil sie zeigen, was Weihnachten im tiefsten Sinne bedeutet: dass Wünsche wahr werden können, wenn Menschen einander tragen – und wenn ein kleines Herz groß genug ist, die Welt zu verzaubern.


Ein Geschenk, das mein Herz für immer veränderte

Draußen, in der klaren Abendluft, musste ich erst einmal tief durchatmen. Mein Bart war feucht von Tränen, und mein Herz war schwer und leicht zugleich. Die Bescheidenheit dieses Kindes, ihre stille Dankbarkeit, ihre strahlende Freude – all das war ein Geschenk, das ich nie gesucht hatte und doch gefunden habe.

Dass dieser Moment zu den schönsten und unvergesslichsten meines Lebens gehört, versteht sich von selbst.

Denn Weihnachtsmann ist man – zuallererst – immer mit dem Herzen.


© Der liebe gute Weihnachtsmann Claudius 

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